Logbuch der Bordkameradschaft

Tender-Rhein-A58

Eintrag Nr.: 010, Darmstadt, den 13.+ 15. 06. 2014

Liebe (Beulen) Tender-Rhein Fahrer,

Plötzlich war ein Jahr vorüber und unser Tendertreffen jährte sich zum 10ten Mal vom 13.06. – 15.06.2014

Als Ziel wurde zum diesjährigen Bordtreffen die ehemalige Residenzstadt Darmstadt im schönen Hessen auserwählt, wobei unser lieber Gerhard Wölfelschneider und seine Frau Christiane als Ausrichter und Planer des Bordtreffens fungierten. Hier sei erwähnt, dass zum ersten Mal in der Geschichte unserer Bordtreffen ein extra Programm für die Ehefrauen und Lebensgefährtinnen der Seelords erstellt wurde. Doch dazu später mehr. Ausgangspunkt für unsere zahlreichen Unternehmungen war das Best Western Hotel, unweit in der Nähe des Luisenplatz gelegen.

Das inoffizielle Bordtreffen 12.06.2014:

Wie in jedem Jahr gab es auch dieses Mal die ganz Hartgesottenen, die einen Tag früher anreisten um ja nichts zu verpassen. Na gut, dieses Jahr war es nur ein Hartgesottener ( hier der stellv. Logbuchführer ) und die Familie Klein mit unserem Dirki.

Also trudelte der Hartgesottene am Donnerstag, den 12.06.2014 gegen 10.30 Uhr in Darmstadt am Hauptbahnhof ein, wo er vom Gerhard mit einer Büchs frisch gekühltem Bier ( Marke nicht mehr bekannt ) empfangen und auf hessisch herzlich begrüßt wurde.
Nach der Abgabe des Gepäcks im Hotel und der Nachfrage ob schon Bordkameraden eingetroffen seien ( schade, noch keiner da ) machten wir uns schleunigst auf den Weg um einem aufkommendem Durst- und Hungergefühl entgegenzuwirken.

Erste Station war hier der Biergarten der Grohe Brauerei wo sich Gerhard und der Hartgesottene eine zünftige Brotzeit und das eine oder andere Bier einverleibten. Erneut fand eine überaus herzliche hessische Begrüßung statt, die sich im Folgenden in verschiedenen Biergärten des Öfteren noch wiederholen sollte.
Frisch gestärkt machte man sich auf den Weg und traf nach einer kulturellen Führung ( die gabs tatsächlich ) des Schlosses, verschiedener Denkmäler und Plätze beim Ratskeller ein, wo wir uns erneut über die hessische Darmstädter Braukunst erfreuen durften. Es fand eine überaus herzliche hessische Begrüßung......... aber das ist ja inzwischen bekannt.
So zogen wir den restlichen Tag noch um die Blocks, besser gesagt in verschiedene Biergärten (hier sei noch der Fohlenhof erwähnt, das eine außerordentlich gute Essen serviert) bis wir in der Bockshaut eintrafen, die auch an den folgenden 2 Abenden unser Domizil sein sollte.
Inzwischen waren etliche Stunden vergangen, der Hartgesottene war gar nicht mehr so hart und wir machten uns nach einem letzten Umtrunk, wobei wir diesmal vom Wirt überaus herzlich hessisch begrüßt wurden auf den Rückweg zum Hotel.
So verging der erste inoffizielle Tag des Bordreffens und wir verabschiedeten uns wortreich an der Hotelbar bei einem allerallerallerletzen Umtrunk und einer allerallerallerletzten herzlichen hessi ............................. aber lassen wir das.

Das offizielle Bordtreffen, 1. Tag 13.06.2014:

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel bezogen Gerhard, seine Frau Christiane sowie der Hartgesottene Stellung in der Hotellobby um der Dinge zu harren, die da kommen sollten.

Und langsam trafen die ersten Kameraden ein, die selbstverständlich ebenfalls erfahren durften, was eine herzliche hessische Begrüßung ist. Die Hotellobby wurde erfüllt mit Stimmengewirr, vielen Hallos hier und da und mit manchen Seelords die erstaunt Kameraden aus ihrer eigenen Fahrenszeit begrüßen konnten, die sie seit vielen Jahren nicht gesehen hatten.
Da sich inzwischen bei manchen Beteiligten das berüchtigte Durst- und Hungergefühl wieder einstellte, beschloss man den nahegelegenen Ratskeller aufzusuchen, um Abhilfe zu schaffen.
So wurden schnell die Zimmer bezogen und man machte sich auf den Weg.
Im Biergarten des Ratskellers machten es sich Schuppke, Broschk, Keller, der Gerhard und der Hartgesottene gemütlich und es gab ein deftiges Essen, das ein oder andere Bierchen bester Darmstädter Braukunst und wieder einmal eine hessische herzliche............... ich weiß, es wird langweilig aber es war halt so.
Dank modernster Telekommunikation (Handy) ist es heute ein leichtes den Standort seiner Kameraden mittels Gespräch auszukundschaften. So stießen noch die Delegation Raudzis, Eichi und Unger dazu und die Stimmung stieg jetzt schon sehr hoch. So blieb man noch einige Zeit sitzen während sich noch weitere Kameraden dazugesellten. Irgendwann am späten Nachmittag zog man sich dann doch zurück um sich für die kommende Standprobe in der Bockshaut klarzumachen.

So etwa um 18.00 Uhr war es dann soweit:

Standprobe in der Bockshaut !!!!!!!!!!

Was mag jetzt wohl kommen???????

Na klar, die herzliche Begrüßung zum 10.ten Bordtreffen durch Karl-Heinz Schuppke. Außerdem hat er noch an die verstorbenen Kameraden erinnert und es wurde eine Gedenkminute der verstorbenen Kameraden gedacht. Anschließend eine hessische Begrüßung durch unseren lieben Gerhard Wölfelschneider (er hatte ja einen Heimvorteil) im wunderschönen Biergarten der Bockshaut. Auch hier herzlichen Dank für die sehr gute Organisation.

Im Anschluss konnte er zur Freude aller die Beförderung von Dirk (Dirki) Klein vom Matrosen zum Gefreiten bekannt geben, worüber dieser sich natürlich außerordentlich freute. Die Freude wurde noch größer als er dazu das Seefahrerabzeichen in Bronze überreicht bekam.

Nun wurden wir vom Wirt begrüßt ( ja ja natürlich hessisch herzlich ), der uns sehr lebhaft die Geschichte der Bockshaut von der Vergangenheit bis in die Gegenwart näherbrachte.

Was jedoch als Wermutstropfen von vielen empfunden wurde, war die Unfreundlichkeit der Bedienungen, denen wohl ein gewisser Mindestumsatz pro Gast von wem auch immer versprochen worden war.

Danach ging man über zum Backen und Banken, um beim Essen natürlich ausgiebig über die guten alten Zeiten an Bord zu klönen. In der Zwischenzeit hatte unser guter Karl Heinz Broschk auf altbewährte Weise den Beamer ins Spiel gebracht und ließ wieder Filme und Bilder vom und über den Tender laufen. Leider hatte wohl das Wetter mit dem Guten kein Einsehen und warf kurzerhand mittels Wind die Leinwand um, was der Stimmung jedoch keinen Abbruch tat. Ruckzuck war die Leinwand wieder aufgestellt, noch stärker befestigt und die Show ging weiter.

Ihr merkt es sicher: Es fehlt noch was. Einer saß am Tisch und war noch still, aber es brodelte und bebte in ihm.
Und dann brach es mit aller Gewalt aus ihm heraus. Reinhard Mohn griff zur Klampfe (hochdeutsch: Gitarre).
Was dann wieder für eine Stimmung war, wird jedem noch in Erinnerung geblieben sein.
Diesmal war der Klampfenmann (hochdeutsch: Gitarrenspieler) so gut, dass sogar Gäste die nichts mit der Tenderbesatzung zu tun hatten spontan mitsangen und mitschunkelten. Eines muss man dem Reinhard lassen: Er lässt sich bei seinem tollen Klampfenspiel (hochdeutsch: Gitarrenspiel) nicht entmutigen, auch wenn die Menge dazu vollkommen falsch singt.

Der Abend verging wie im Fluge und viele Liedchen, Bierchen und Schnäpschen später brachen die ersten glücklich aber müde auf um Ihre Kojen heimzusuchen.

Da sich die Bedienungen erneut über einen Mindestumsatz mokierten, brachen die meisten hier Ihre Zelte ab.

Leider mussten wir feststellen dass in Darmstadt um Mitternacht keine Biergärten mehr geöffnet haben und durch Zufall fand die Fraktion der Hartgesottenen ( Raudzis, Eichi, Unger, Wölfelschneider und Mühle ) den noch geöffneten Ratskeller vor.
Hier stand man noch an die Theke um gemeinsam einen letzten Umtrunk zu nehmen und siehe da, diejenigen die noch nicht ins Hotel zurückkehrten fanden sich nach und nach im Ratskeller ein.
Irgendwann war es dann doch an der Zeit den Weg ins Hotel anzutreten und so fand ein gelungener Abend sein Ende.

Das offizielle Bordtreffen, 2. Tag 14.06.2014:

Nach einem kräftigen Frühstück, einige noch mit weichem Knie, manche mit etwas roten Augen sollte es losgehen mit einer Fahrt im Datterich Express durch Darmstadt.
Nanu, Datterich, wer ist denn das.
Der Datterich ist ein Mundartstück aus dem Jahre 1841, das bis heute in südhessischer Mundart aufgeführt wird. Das Stück ist die Geschichte des „genialen Schnorrers“ Datterich, eines entlassenen, versoffenen Finanzbeamten. Soviel zur Geschichte.

Und ausgerechnet hier verpennte der Hartgesottene die Abfahrt. Er hatte wohl eine Stunde falsch gerechnet.
Dank dem Gerhard seinem Anruf (Mensch Mühle, wo bleibst de denn) und seinem Zuspruch beim Fahrer konnte er letztlich doch noch mitfahren. Danke Gerhard!!!!!!!!!!!!!!

Die Fahrt führte durch Darmstadt an allen möglichen Sehenswürdigkeiten vorbei.
Hierbei versagte leider die Technik. Unser lieber Gerhard hatte sich viel Mühe gemacht und einen USB Stick erstellt der die ganze Fahrt kommentieren sollte. Klappte leider nicht. Aber wir hatten einen wirklich unglaublich patenten Fahrer.
Der übernahm nach kurzer Rücksprache den Job als Fahrer und Kommentator was er super bewerkstelligte.

So, jetzt hatten viele noch einen gehörigen Nachdurst von der Nacht und Getränke waren an Bord des Datterich Express nicht erlaubt. Hier hätten wir wohl einen Caterer mieten müssen, was jedoch zu teuer geworden wäre.
Der Fahrer hatte ein großes Herz für uns durstige Seelen. Bei einem Technischen Halt im Betriebshof der Bahn gab er uns augenzwinkernd und schmunzelnd den Tipp es gäbe wohl einen Einkaufsmarkt um die Ecke. Schnell waren ein paar Bierchen eingekauft und an Bord verbracht. Unser Fahrer und Kommentator in Personalunion übersah das geflissentlich. Super der Mann.
Jetzt ging die Fahrt wenigstens nicht mehr so staubtrocken weiter. Und wieder ging dem Reinhard sein Temperament durch und er unterhielt einen Wagon während im zweiten Wagon die Kameraden den Ausführungen des Fahrers lauschten.
Auch dieser Programmpunkt fand ein Ende und der restliche Mittag stand zur freien Verfügung. den manche für einen Stadtbummel, andere zum Ausruhen oder für was auch immer nutzten.

Abends ab 18.00 Uhr war es dann wieder so weit: Bordtreffen in der Bockshaut. Dieses Mal nicht im Biergarten sondern drinnen. Wieder fand eine herzlich hess............(Ich verspreche es, es war das letzte Mal) und man ging erneut über zum Backen und Banken.
Die Bedienungen waren heute Abend einen Tick freundlicher, was aber immer noch sehr ausbaufähig war. Und wieder wurde wegen einem Mindestumsatz gemosert, obwohl bekannt sein dürfte dass die Bordgemeinschaft bei ihren Gelagen genug Geld liegen lässt. Schade!!!!!

Gott sei Dank tat´s der Stimmung keinen Abbruch. Karl-Heinz Broschk konnte stolz vermelden, dass Karl-Heinz Schuppke vom ehemaligen Kommandanten FKpt. zur See a. D. Dyszak ca. 24 Stunden Filmmaterial zur Verfügung gestellt bekam und dass K.-H. Schuppke die Filme in kürzester Zeit noch digitalisiert hat. Kostproben davon lies er natürlich sofort vom Beamer laufen. Auch hier herzlichen Dank an FKpt.z.S. Dyszak.
Selbstverständlich wurde wieder die Geselligkeit gepflegt, man sprach über alte Zeiten, neue Zeiten und Gott und die Welt, einige hatten Fotos mitgebracht die die Runde machten und dann war es wieder soweit: Der Klampfenmann (hochdeutsch: siehe oben) konnte sich nicht mehr zurückhalten, holte die Klampfe (hochdeutsch: siehe oben) hervor und spielte was das Zeug hielt. Und wieder wurde gesungen, geschunkelt und gelacht bis die Stimmung ihren Höhepunkt erreichte.
Gegen Mitternacht zog sich der größte Teil langsam zurück und die Runde der Hartgesottenen suchte nochmals den Ratskeller auf um einen letzten Umtrunk einzunehmen. Doch war auch hier irgendwann Schluss und wir traten das Letzte mal den Heimweg zum Hotel an.

So ging der zweite Tag des Bordtreffens zu Ende und jeder fragte sich wo die Zeit geblieben sei.

Es fehlt noch was. Eingangs wurde angesprochen dass für die mitgereisten Ehefrauen und Lebensgefährtinnen ein eigenes Programm von Christiane auf die Füße gestellt wurde. Deshalb möchte der Hartgesottene stellv. Logbuchführer das Wort an Christiane übergeben, die sicher auch noch einiges von Ihrem durchgeführten Programm erzählen kann.

Erstes alternatives Damenprogramm in der Historie des Tender Rhein Treffens in Darmstadt am 13.Juni 2014.

Treffpunkt Hoteleingang um 14:25 Uhr, dann mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur „Rosenhöhe“.
Unter einer kompetenten Führung durch Frau Müller (Förderverein Rosenhöhe), wurden den angemeldeten Damen die historischen Fakten des Landschaftspark „Rosenhöhe“ vermittelt.
Gekrönt wurde der Besuch mit einem kleinen und feinen Imbiss im „Rosarium“ bei Fingerfood und Rosenlikörsekt.

Nach 2 Stunden Rosenhöhe ging es zu Fuß weiter zur weltberühmten „Mathildenhöhe“,
welche die Damen in solcher Art nicht in Darmstadt vermutet hätten. Dieses Juwel des Jugendstils inkl. Russischer Kapelle hat alle begeistert. Nach so viel Input haben wir uns spontan in den schönen Platanenhain der Mathildenhöhe gesetzt um einen Kaffee zu genießen.
Das „ Kennen lernen“ der Damen hat sich auch hier vertieft.

Aufgetankt ging es zu Fuß zurück in die Darmstädter Innenstadt hier hat sich die Damenrunde bis zum Abend aufgelöst, mit der Verabredung, für 20 Uhr , erneut am Hotel.
Am Abend dann die Fahrt mit der öffentlichen Straßenbahn nach Bessungen in die Cocktailbar „Cubana“. Cocktails für jeden Geschmack und leckeres Essen rundeten unseren Tag gebührend ab. Es war ein sehr schöner und harmonischer Tag und hat hoffentlich Wiederholungstäterinnen aus Uns gemacht.

Das offizielle Bordtreffen, 3. Tag 15.06.2014:

Zum letzten Mal traf man sich um ein gemeinsames Frühstück einzunehmen und sich langsam aber sicher zu verabschieden. So endete das offizielle, gut gelungene und fröhliche Zusammensein der Bordgemeinschaft der ehemaligen Tender Rhein Fahrer des Jahres 2014. In der Hoffnung, alle gesund wieder zu sehen, treffen wir uns zum nächsten Bordtreffen vom 29.05. – 31.05.2015 in Kiel.

Frank Mühlböck, Logbuchführer in Vertretung, Karlsruhe, den 04.10.2014