Logbuch der Bordkameradschaft

Tender-Rhein-A58

Eintrag Nr.: 007, Bremerhaven, den 11.+ 12.06.2011

Liebe (Beulen) Tender-Rhein Fahrer,

Zunächst möchte ich ganz herzlichst Klaus Gaeth danken für seine Vorab-Ausführung auf seiner Schnellboot-Seite „www.schnellboot.net“, die ich nochmals hier aufführen möchte:

Das erste Treffen fand vor 5 Jahren statt. Es war für viele ein Wiedersehen nach rund 40 Jahren. Einen Moment, den ich gerne miterlebt hätte, doch unsere Marine war im Umbruch, es war die Transformation und diese Termine überschnitten sich. In Warnemünde wurde seinerzeit das 1. Korvettengeschwader i.D. gestellt, die Schnellboote des Typ 143A der GEPARD-Klasse wurden vom 2. Schnellbootgeschwader an das 7. Schnellbootgeschwader und der Tender DONAU an das 1. Korvettengeschwader übergeben bevor das 2. Schnellbootgeschwader a.D. gestellt wurde. Drei Tage später wurde die Schnellbootflottille a.D. gestellt und die noch verbleibenden Geschwader der Marine (Ostsee) der am gleichen Tag i.D. gestellten Einsatzflottille 1 unterstellt.

 

Nicht nur bei der Marine hat sich viel getan, auch bei der Bordgemeinschaft des Tenders RHEIN A58".
Während unsere Marine stetig verkleinert wird, wächst diese Bordgemeinschaft.
Beim diesjährigen Treffen waren 72 Teilnehmer in Bremerhaven dabei.
Es wären sicherlich mehr, nur sind wir alle keine 20 oder dreißig mehr.
In diesem Zusammenhang möchte ich zwei Namen nicht unerwähnt lassen.
Klemens Bauer, Landwirt zur See, und Helmut Feist, beide verließen uns überraschend und unerwartet.

Zusammen mit Karl-Heinz Broschk, Gerhard Wölfelschneider und Karl-Heinz Schuppke waren sie die Initiatoren, die ein Treffen dieser Art erst möglich machten und machen.

 Beim diesjährigen Treffen waren Dienstjahrgänge von 1962 – 1991 dabei.

Als Ehrengast der damalige Oberleutnant zur See Christian DeAhna (1968 – 1970), SOPO & stellv. Kmdt unter Kmdt Borkenhagen.

Wie die Stimmung war?

Die Fotos sprechen für sich, ein grosses, auch wenn sie es nicht hören wollen, ein grosses Lob an unsere Planer.

 

Am 11.06.2011 trafen wir uns zum 7. Mal zu unserem alljährlichen Bordtreffen Tender Rhein in Bremerhaven.

Bremerhaven (niederdeutsch Bremerhoben), das an der Mündung der Weser und der Geeste liegt und die einzige deutsche Großstadt direkt an der Nordsee ist, war so manchen Kameraden noch aus ihrer ehemaligen Dienstzeit bekannt.

Sei es aus der Zeit in der „TMS“ (Technische Marineschule) oder in der „MOS“ (Marineortungsschule), die in Bremerhaven ihren Standort hatten oder noch haben.

Nachdem am Samstag alle Kameraden (erwähnt seien auch hier die zum Teil mit angereisten Ehefrauen/Freundinnen und Kinder) ihr Quartier im Hotel „Primula“ bezogen hatten, ging es per pedes, Bus oder Taxi zu unserer traditionellen Standprobe in
„Die letzte Kneipe vor New York“, wobei jedoch ca. 6.100 Kilometer Luftweg zwischen Kneipe und New York liegen.

Beim fröhlichen Zusammensein mit Speis und Trank, untermalt von Bilder und Videos von unseren Kameraden, wurde geklönt, geschnackt, gesungen und gelacht.

Auch wie jedes Jahr hatte Reinhard Mohn seine Gitarre wieder dabei, und spielte und sang die uns bekannten Lieder und sorgte damit
für hervorragende Stimmung.
Natürlich durfte dabei das im Jahr 2009 verstorbenen Helmut Feist eignes komponierte „Tenderlied“ nicht fehlen.

Auch der wie letztes Jahr wieder anwesende Jürgen Klein´s Sohn Dirk (Dirki), Seelord ehrenhalber, hatte sichtlich Spaß daran und gab sein Bestes.

Nach einiger Zeit erhielten wir sogar musikalische Unterstützung von einer „Drei Mann/Frau Band“, die kräftig ins Horn bliesen und unsere Standprobe mehr oder weniger mit einer Oldie-Schlagerparty mischte.

Nachdem nun offiziell die Standprobe beendet wurde, ging es mit mehreren Taxis wieder zurück ins Hotel.

Scheinbar nicht vollends füllig des alkoholischen (und nicht alkoholischen) Genusses, wollten einige Kameraden (erwähnt seien auch hier wieder die zum Teil mit angereisten Ehefrauen/Freundinnen) den Abend nicht so „abrupt“ enden lassen (ich schließe mich hier nicht aus), und begaben sich zur Hotelbar für einen (oder mehrere) Abschlusstrunk.

Reinhard Mohn, nicht Müde des Spielens, sorgte auch hier noch für außergewöhnliche Stimmung, so dass es erst in den frühen Morgenstunden, nach mürrischen und genervten Blicken des Service-Personals, die „kleine“ 2te Standprobe beendet wurde.

Nach dem Frühstück ging es dann am Sonntagmorgen mit dem Hafen-Bus auf eine Rundfahrt durch die Überseehäfen und nebenbei durch die Stadt Bremerhaven.

Der Reiseleiter Hans Bayer, der selbst 1970 als E-Maat auf der „Beule“ gefahren ist, verstand es mit Witz und Kalauern die zweistündige Rundfahrt kurzweilig zu halten.
Auch die Busfahrerin machte einen guten Job und lotste uns sicher und problemlos durch die, auch manchmal engen, Straßen.

Nach der Rundfahrt ging es zum Mittagessen in den Fischereihafen zu „Fiedlers Aalkate“, welches neben Fisch auch sehr gute Steak´s servierte.

Der restliche Nachmittag stand zur freien Verfügung, den manche zur Besichtigung der Sehenswürdigkeiten Bremerhavens nutzten.

Am Sonntagabend trafen wir uns zum offiziellen Bordtreffen zu einem gemütlichen Beisammensein im großen Saal unseres Hotels „Primula“.

Was aus dem „gemütlichen“ Beisammensein wurde, sei mir gestattet später zu erwähnen.

Wieder begann es mit einer Video- und Bilder-Vorführung, unter anderem mit Filmmaterial, wie z. Besp.: „Alarm! Schnellboote“ und Bilder aus der „Neueren Zeit“ 1980-1992, das vorher noch nicht gezeigt wurde.
Gespannt blickten hier die Augen der jüngeren Generation auf die Leinwand, um eventuell doch noch das ein oder andere bekannte Konterfei zu erblicken.

Nach der Vorführung ergriff Reinhard Mohn seine Klampfe und bezauberte uns mit seiner herrlichen Stimme, wobei das Lied „Ein Wagen der Linie 8“ nicht fehlen durfte. Auch an diesem Abend wurde nochmals durch das „Tenderlied“ an Helmut Feist gedacht.

Als dann noch Hans Schikora (Ihr erinnert Euch: der, der einer fremden, unbekannten seefahrenden Einheit namens „Zerstörer Bayern“ angehörte) auf einem Kamm mit Folie die Lieder mit trällerte und auch Bernd Steckel mit seiner hervorragenden opernhaften Stimme und seiner Mundharmonika einstieg, war es mit dem „gemütlichen“ Beisammensein vorbei.

Der Saal brannte lichterloh, die Stimmung war auf dem Höhepunkt.
Das Trio begeisterte die Massen und die Menge tobte bis in die frühen Morgenstunden.

Letztendlich beruhte es auch auf die hervorragende Stimmung und das mehrmalige gemeinsame Absingen des Liedes „Viva Colonia“, dass die Abstimmung für das nächste Bordtreffen 2012 nicht auf Hamburg sondern Köln fiel.

Doch jedes Bordtreffen hat auch ein Ende und nach einem gemeinsamen Frühstück am Montagmorgen verabschiedete man sich und trat die Heimreise an. So endete das gut gelungene und fröhliche Zusammensein der Bordgemeinschaft der ehemaligen Tender Rhein Fahrer des Jahres 2011.

In der Hoffnung, alle gesund wiederzusehen, treffen wir uns zum nächsten Bordtreffen vom 01.06 - 03.06.2012 in Köln.

 

Gerhard Wölfelschneider, Logbuchführer, Darmstadt, den 22.08.2011