Logbuch der Bordkameradschaft

Tender-Rhein-A58

Eintrag Nr.: 005, Wesel, den 19.+ 20.06.2009

Liebe Beulen-Fahrer,

ein unvergeßliches Wochenende geht in die Geschichte unserer Bordkameradschaft ein: Nicht weniger als 48 Tender-Lords sind zu unserem 5. Großtreffen erschienen, das als 50-jähriges Tauf-Jubiläums-Treffen an keinem passenderen Ort hätte angesiedelt sein können als in unserer Patenstadt Wesel. Dazu kamen von außerhalb noch 11 Begleitpersonen (Ehefrauen, Lebensgefährtinnen, Kumpels), sowie die 2 Gaethens als Ehrengäste aus Hamburg. Insgesamt verbuchte das Hotel Kaiserhof 58 Reservierungen für 1-2 Übernachtungen, wobei einige stattdessen per Wohnmobil angereist waren. Aus Wesel selbst kam als Ehrengast Nr. 1 dieses Festes die Taufpatin der BEULE, Frau Therese Kräcker, die am 10. Dezember 1959 als damalige Weseler Bürgermeistersgattin in Hamburg den Stapellauf in Gang setzte (ob der Tender bereits damals den nächstbesten Dalben gerammt hat, ist nicht wirklich verbürgt). Auch Frau Ulrike Westkamp, die derzeitige Bürgermeisterin der Stadt Wesel, gab uns die Ehre, und von der veranstaltenden MK Wesel sind in erster Linie Winand Rockhoff, der 1. Vorsitzende, und seine Frau Elke zu nennen, die das Ganze mit der inzwischen bei unzähligen Veranstaltungen gesammelten Erfahrung in hervorragender Manier organisiert hatten. Weitere ca. 10-15 MK-Mitglieder betätigten sich als fleißige Helfer oder kamen als Gäste. Ihnen allen sei ganz, ganz herzlich gedankt für die Mühen, die sie auf sich genommen haben, um unser Fest zu dem gelungenen Ereignis zu machen, das es dann geworden ist.

Nun aber mal schön der Reihe nach: Am Freitag, dem 19.6.2009, trudelten gegen Mittag die ersten Teilnehmer im Hotel Kaiserhof in Wesel ein. In Windeseile wurden die Tische vor dem Hotel besetzt und bis zum Aufbruch zur „Zitadelle“ gegen 18:30 Uhr nicht mehr freigegeben. Entsprechend gehoben war denn auch schon die Stimmung, mit der wir dann im Troß zur sog. Standprobe dort ankamen. Alles war bestens vorbereitet, und dem Bierhahn war ab sofort freier Lauf gewährt. Dazu hatten die weiblichen MK-Mitglieder eine sowohl kalorienreiche als auch schmackhafte Grundlage in Form von Frikadellen, Würstchen und Kartoffelsalat vorbereitet, mit der die Gemeinschaft -nicht ganz streßfrei, gell Elke?- für das folgende Gelage fit gemacht wurde. Jupp Odrowski hatte sich schwer ins Zeug gelegt und ein Riesen-Transparent gestaltet, dazu noch einen Satz Tischreiter (vgl. die Fotos auf der Page <Bordtreffen>). Ich fand es dann an der Zeit, einen kurzen kulturellen Teil einzuschieben, wobei es mir aber schon nicht mehr 100-%-ig gelang, für die nötige Klönpause zu sorgen: Wir sangen gemeinsam die beiden Seemannslieder „Aloah Oeh“ und „Rolling home“, und es folgte als Solovortrag mein zu diesem Anlaß selbst geschriebener „Tender-Song“, der die freundliche Aufnahme des geneigten Publikums fand. Kalle Broschk hatte selbstverständlich wieder seinen Labtop nebst Beamer dabei, so daß in einer Bildschau und per Videos das inzwischen reichlich vorhandene visuelle Material abgespielt werden konnte. Von Seiten der MKs Bad Camberg und Borken (Hessen) überreichten Eddi Denecke und Siegfried Richter Gastgeschenke an die MK Wesel. Zu relativ früher Stunde (um 24:00 Uhr herum) löste sich die Standprobe dann auf, wobei allerdings bei weitem nicht alle gleich direkt zum Hotelbett strebten - das stand für diese standfestesten Stand(fest)pröbler dann erst gegen 4 oder 5 Uhr morgens an.

Am Samstag ging es dann bereits um 6 Uhr mit dem Hotelfrühstück los, wo man die ersten Kameraden schon wieder antreffen konnte (natürlich keinen der „Standfesten der Nacht“). Als ich dann nach einem ausgedehnten Bummel durch Wesel, der mich zuerst schnurstracks an den Rhein und zu unserem dort schön eingebetteten Backbordanker führte (vgl. auch hier das Foto auf der Page <Bordtreffen>), wieder ins Hotel kam, war der Außenbereich wie tags zuvor, jedoch noch reichlicher, von Ex-Lords besetzt, auch mehrere neu zur Kameradschaft gestoßene dabei, und wir klönten und zechten wieder bis zum Abmarsch um 16:30 Uhr zur Zitadelle. Dort erwartete uns abermals die gut vorbereitete MK-Mannschaft, und der Bierhahn tat wieder das, wozu so ein Ding schließlich nun mal von Rechts wegen und beinahe fast ausschließlich konstruiert wurde. Alsbald erschien auch Frau Kräcker in Begleitung einer Freundin, sodann Frau Westkamp, die zusammen mit den Gaethens, den Rockhoffs und dem Führungstrio unserer Kameradschaft nebst weiblichem Anhang am runden „Vorstandstisch“ platziert wurden. Das Essen wurde angeliefert und mußte noch 20 Minuten aufwärmen, genug Zeit, um alle Gäste in einer kurzen Ansprache meinerseits zu begrüßen und den Ehrengästen eine Tender-CD sowie den 3 Damen je einen schönen, großen Blumenstrauß zu überreichen. Frau Westkamp verabschiedete sich dann zum nächsten Termin, und es begann ein ausgiebiges Backen und Banken, wobei die Qualität der Speisen so manchen zu mehreren Selbstbedienungsgängen zu animieren durchaus geeignet war. Wie gut sind die Winkis von einst? Karl-Heinz Schuppke wagte den Test. Das Flaggenalphabet hatten sie alle noch gut drauf; ein winziges Fehlerchen war verzeihlich, weil Winand Rockhoff eine holländische Falle aufgestellt hatte. Nichtsdestotrotz war damit ausnahmslos das Si gnäler-A bi tur bestanden, so daß alle berechtigt sind, SIBI 2009 auf die Autoheckscheibe pinnen zu lassen. Im kulturellen Teil sangen wir nochmals die am Freitag geprobten Seemannslieder, von denen Klaus Gaeth dann sofort nach der Heimkehr nach Hamburg 2 Videos in YouTube einstellte (wobei ich vor der doch sehr bescheidenen Bild- und Klangqualität warnen muß; als Werbe-Demo jedenfalls nicht zu gebrauchen). Danach war es der MK Wesel ein Anliegen, allen Anwese(l)nden eine Runde Schnaps auszugeben, was naturgemäß dankend und mit Applaus angenommen wurde. Es folgte sodann wieder der obligatorische Großeinsatz von Kalle Broschk mit Labtop, Beamer und Leinwand, und jeder, der ein Auge dafür frei hatte, konnte sich die Fotos und Filme zu Gemüte führen, die nonstop gezeigt wurden. Der Damentisch -immer noch mit geziert durch Frau Kräcker, die ein erstaunliches Durchhaltevermögen an den Tag legte- ließ sich von einigen Kameraden wie z.B. Maik Wistuba und Jupp Odrowski zum Absingen lustiger Stimmungslieder animieren, wobei auch durchaus „die Hände zum Himmel“ gegangen sein wollten. Letzterer -nämlich uns aller unermüdlicher Jupp- hatte daneben noch genug damit zu tun, all die Bestellungen an Erinnerungs-T- und -Polo-Shirts aufzunehmen, mit denen wir dann nächstes Jahr in Bamberg für Wesel 2009 „Werbung laufen“ werden wie dieses Mal in Wesel für Flensburg 2008 . Wie schon am Vorabend endete das Fest wieder zu recht ziviler Zeit um Mitternacht herum.

Am Sonntag war dann noch mal großes Hallo beim Frühstück im Kaiserhof, bevor es dann -leider- ans endgültige Abschiednehmen ging. Dabei war erfreulicherweise gerade von manch jüngerem Mitglied bzw. Neumitglied zu hören, daß eine Aufnahme in den inneren Zirkel des „harten Kerns“ angestrebt werde, zu dem -ohne Anspruch auf Vollständigkeit- ein Manni Ernst, Hans Hartmann, Ernst Keller, Jupp Odrowski, Reinhard Schröder, Joachim Schulz, Maik Wistuba, der härteste Hardliner Gerd Wölfelschneider , Willi Wölker und „Mühle“ Mühlböck längst gehören. Letzteren habe ich deshalb von der alphabetischen Reihung ausgenommen und an „last not least“ gesetzt, weil über ihn noch etwas Einmaliges zu berichten ist: Der Gute hat es sich nämlich nicht nehmen lassen, als bei Karlsruhe wohnender Pfinztaler (weder verwandt noch verschwägert mit dem etwas prominenteren „Pfinzdollar“) die Mitgliedschaft in der -exakt 393.97 km und staulosen 4 Stdt. 3 Min. entfernten- MK Wesel zu beantragen und beabsichtigt, diese durch einen mindestens-einmal-jährlichen Besuch dort auch mit Leben zu füllen. CHAPEAU!!!

Insgesamt läßt sich zusammenfassend sagen, daß unser Jubiläumstreffen die kühnsten Erwartungen voll erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen hat, so daß das nächstjährige Treffen am 11. und 12. Juni 2010 -sofort rein in den Terminkalender!- in der urigen Brauerei Mahrs in Bamberg zu den schönsten Hoffnungen Anlaß gibt.

Helmut Feist, Logbuchführer, Homburg / Saar, den 19.07.2009