Logbuch der Bordkameradschaft

Tender-Rhein-A58

Eintrag Nr.: 004, Flensburg-Mürwik, den 02.+ 03.06.2008

Liebe Beulen-Fahrer,

unser lange geplantes und von vielen sehnsüchtig erwartetes Treffen zusammen mit den Oldies des 3. SG in Flensburg- Mürwik war ein voller Erfolg. Es dürfte kaum einer dabei gewesen sein, der sich von den Mühen der Anreise die Erinnerung an die schönen Stunden hätte vermiesen lassen. Mit 33 Tender-Mannen ist es uns auch gelungen, die Zahl der SG-Oldies zu übertreffen. Nun aber mal schön der Reihe nach: Am Nachmittag des 2. Juni trudelten so langsam alle im Schlammi, Nordig und den sonstigen Quartieren ein. Nach dem Einchecken stand für die Vorhut ein erstes Einlaufbier an (klar, zum Abstehen wurde ihm keine Zeit gelassen), was ab ca. 17.00 Uhr in dem dem Schlammi gegenüberliegenden „Zur Förde“ erledigt wurde, da das zur Abendspeisung vorgesehene „Bärlinchen“ erst um 18:00 Uhr öffnete. Trotz schnellen Standortwechsels dorthin und eiliger Bestellung der Essen und Getränke konnte daher der Vortrupp wegen des unerwarteten Andrangs erst mit halbstündiger Verspätung ins Schlammi verholen, wo die pünktlich um 19:00 Uhr erschienenen Kameraden schon ungeduldig auf den Beginn der Standprobe warteten. Für diese organisatorische Minderleistung möchten sich die Verantwortlichen hiermit in aller Form entschuldigen und für die Zukunft Besserung geloben! Nach einem ersten Begrüßungstrunk wurde das „kleine“ Treffen durch Karl-Heinz Broschk und Karl-Heinz Schuppke am Mikrofon eröffnet, wobei die Mannschaft –die wenigen anwesenden Damen waren vom Küchendienst befreit- zunächst zum obligatorischen „Potackendrehen“ in den Torpedoklarmachraum zitiert wurde, zu dem die Tanzfläche der Schlammi- Gaststube kurzerhand umfunktioniert wurde. Wie in uralten Zeiten spielte dazu Reinhard Mohn mit der Gitarre auf. Anschließend griffen Reinhard Mohn und Helmut Feist gemeinsam zur Gitarre, und die Stimmung erreichte bereits zu diesem Zeitpunkt mit bekannten Melodien von „House Of The Rising Sun“ über Freddys „Heimat“ bis zu „What Shall We Do With The Drunken Sailor“ einen ersten Höhepunkt. Dabei konnte man mit Freude feststellen, daß die Crew in den langen Jahren seit unserer aktiven Zeit das Singen nicht verlernt hat. Danach ging das große Klönen an, und der „Weißt Du noch“s, „Erinnerst Du dich“s und “Hast Du noch Kontakt zu“s war kein Ende. Karl-Heinz Broschk eröffnete mit seinem Super-Wunder-Notebook an seinem Tisch einen eigenen Staat im Staate und dürfte sich wie weiland Marlene Dietrich gefühlt haben: “Männerrr umschwirren mich wie Mottennn das Licht“. Sehr wohl am Ende war allerdings nach ca. 5 Stunden der Biervorrat, und wir konnten -nicht ohne Stolz- vermelden: Um 6 Minuten nach Mitternacht das Schlammi leergesoffen! Jedenfalls was das Bier betrifft. Man konnte nun so manchen armen Seelord bei einem Glas Mürwicker Nacktarsch aus dem Chateaux Migräne der Steillage Flensburger Fördeblick vor sich hindümpeln sehen. Dem lieben Wilfried Luig vom Schlammi war das ziemlich peinlich, und er versprach am Mittwoch früh bei der Abreise auch hoch und heilig, beim nächsten Mal ausreichend Stoff zu ordern.

Der Dienstag begann mit gemeinsamem Antreten vor der Flensburger Brauerei, wo um 10:00 Uhr eine Besichtigungstour begann, die nach ca. 1 ½ Stunden in ein Backen und Banken im urig-nostalgischen „Flensburger Salon“ mit reichlich Matjes und sonstigen Köstlichkeiten mündete. Im „Flop-Shop“ der Brauerei konnte man sich mit Souvenirs eindecken, und pünktlich um 12:30 Uhr wurden wir am Brauereiempfang von 2 Stadtführern abgeholt, die die Crew in 2 Gruppen –etwas dezimiert durch eine handvoll „Fußkranke“, die sich per Taxi verflüchtigt hatten- kenntnis- und anekdotenreich durch die Flensburger Altstadt lotsten. Danach war freies Verteilen in Gruppen und Grüppchen auf die fördenahen Bierabfüllstationen angesagt, und wer wollte, konnte –besser: hätte können- auch ein kleines Mittagsschläfchen halten.

Um 17:30 Uhr trafen wir uns dann im Offiziersheim wieder und wurden von der dortigen Ordonanz per Schnitzel mit Bratkartoffeln mit einer angemessenen fettreichen Grundlage für den folgenden Bierkonsum versorgt. Um 19:00 Uhr wurde das große Treffen mit den Oldies des 3. SG durch eine kurze Ansprache des Kameraden Rolf Ohlsen (in Vertretung von Peter Rahe) eröffnet, und nun gab es ein vielfaches Hallo beim Wiedersehen und Wiedererkennen nach so vielen Jahren Beulenabstinenz. Stellvertretend für viele sei unser ehemaliger Kommandant Fregattenkapitän Ulf Neitzel genannt, der mit seinen 76 Jahren unermüdlich Runde um Runde drehte, um sich mit möglichst vielen der ehemaligen Mitstreiter zu unterhalten. Zu später Stunde packte Jupp Odrowski noch einen Umzugskarton voll T-Shirts mit Foto und Schriftzug vom Tender aus, die für 10 EUR pro Stück natürlich reißenden Absatz fanden, wenn auch die X-Größen schnell vergriffen waren und die L-s manchem halt nicht mehr ganz so 100-%-ig passen wollten. Kurz vor Mitternacht gingen dann –für die Mehrzahl wohl viel zu früh, was aber an einem ominösen und nicht weiter zu verifizierenden „Befehl von oben“ gelegen haben soll- im Offiziersheim die Lichter aus, und auch dieses Treffen sei nun der –unendlichen- Geschichte anvertraut.

Schlussendlich noch ein ganz persönlicher Hinweis des Logbuchführers an die Daheimgebliebenen: Seht Euch die Fotos und das Video an, lest die dürren Worte dieses Berichts (habt ihr ja gerade getan), trefft Euch im kleinen Kreis mit einzelnen Oldies aus Eurer näheren Umgebung und lasst Euch noch mal persönlich berichten (bitte mit Fotos von den Minitreffen für Karl-Heinz Broschk). All das ist gut und nützlich, und doch kann nichts auch nur im Entferntesten die Gefühle und Erinnerungen auslösen, die eine eigene Teilnahme Euch gebracht hätte. Wir hoffen jedenfalls, im nächsten Jahr –evtl. in Wesel- auch viele Kameraden dabei zu haben, die sich bisher noch nicht zu einer Teilnahme entschließen konnten.

Helmut Feist, Logbuchführer, Homburg / Saar, den 19.06.2008