Stapellauf Tender-Rhein-A58, am 10. Dezember 1959
und
Indiensstellung Tender-Rhein-A58, am 06. November 1961


Schlieker baut Tender „Rhein"

Die Bundesmarine plant 13 Tender für Kleinboots-Geschwader.

Das Tenderbau - Programm der Bundesmarine wurde heute mit dem Tender „Rhein“ bei der Schlieker-Werft, Hamburg, eröffnet.
Es umfasst dreizehn gleichgroße Einheiten mit einem Typ-Deplacement von 2370 t.
Die Länge über alles beträgt 99 m, die Breite 11,8 m, der Tiefgang 3,6 m.

Wegen des Niedrigwassers wurde der Stapellauf verschoben.

Der dieselmechanische Antrieb der Tender besteht aus sechs Maybach-Dieselmotoren von je 2400 PS,
die auf zwei Verstellpropeller wirken und eine Dauerhöchstgeschwindigkeit von 21 Knoten sicherstellen.
Als Standardbewaffnung sind zwei 100-Millimeter-Geschütze und vier 40-mm-Maschinenkanonen vorgesehen.
Die Tender werden einen Korvettenkapitän als Kommandanten erhalten.
Ihre Besatzung setzt sich aus 98 Mann zusammen. Außerdem können sie 200 Mann von den Kleinbooten aufnehmen.

Nach dem vorliegenden Schlüssel werden die Tender folgenden Geschwadern zugeteilt:
je zwei Tender für vier Schnellbootgeschwader, je zwei Tender für das U-Bootgeschwader,
je einen Tender für drei Geschwader schneller Minensuchboote.
Die zehn Boote umfassenden S-Bootgeschwader werden in der Endstärke also über zwei Tender verfügen.

Der Neubau „Rhein" soll dem Dritten, S - Bootgeschwader in Flensburg zugeteilt werden.
Die nachfolgenden sieben Tender für S-Boote kommen nach Kiel, Wilhelmshaven und Neustadt.

Allgemein werden die Tender den Geschwaderstab aufnehmen,
für Depot- und Werkstattaufgaben in beschränktem Rahmen zur Verfügung stehen und den Fliegerabwehrschutz für die Kleinboote übernehmen.
Hinzu kommt bei den S-Boot-Tendern noch die Verwendung als Zielschiff.
Für diesen Zweck erhalten die Tender verstärkte Außenwände, um gegen Oberflächenläufer geschützt zu sein.

Mit der Entwicklung der Kriegsschiffe für die Verwendung als Tender hat die Bundesmarine ein neues Gebiet beschritten,
das mit den Begleitschiffen der ehemaligen Kriegsmarine nicht zu vergleichen ist.
Heute werden die Tender mehr denn je zu Kampfschiffen, die weit vor den Basen an Land zu operieren haben.
Sie müssen bei Ihren Geschwadern sein und ihnen die schwimmenden Stützpunkte bieten, die für eine ständige Einsatzbereitschaft zu sorgen haben.

Für die Küstenminensuchboote als neuer Mittelklasse zwischen den außer Dienst gestellten Hochsee-Minensuchern und den Schnellen M-Booten
sind keine Tender vorgesehen, da diese Boote groß genug sind, um der Besatzung genügend Raum für den ständigen Aufenthalt an Bord zu bieten.
Ohne Tender werden auch die Küstenwachboote bleiben, die als Bestandteil der Territorial-Verteidigung küstennahe Schutzaufgaben zu übernehmen haben.
Sie bleiben stets der nationalen Führung unterstellt und sind dank ihrer Konstruktion (unmagnetischer Holzrumpf auch für Minensuchaufgaben vor den Häfen geeignet.

Erschienen am 10.12.1959, in einer unbekannten Hamburger Tageszeitung.



Baubelehrung ab November 1960


Hans Löhle

Friedrich Werner

Mangold, Tönnesen, Löhle, ?

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Tender Rhein A58, am 05. 11. 1961
Wir danken dem F221-EMDEN-Fahrer Kurt Adamovsky für dieses Bild.
Quelle: www.fregatteemden.de



Admiral Wagner kommt an Bord.

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Wir danken dem Besatzungsmitglied Hans Löhle für die diese Bilder.
Wir danken der MK-Wesel für die diese Bilder. Sie stammen aus dem Fotoalbum der Taufpatin, Frau Therese Kräcker.